Persönliche Gegenstände, geraubte Erinnerungen und die Suche nach den Nachkommen: Vom 13.06.26 bis zum 05.07.26 gastiert die Wanderausstellung #StolenMemory der Arolsen Archives in unserer Sennegemeinde. In einem umgebauten Überseecontainer auf dem Hövelmarkt Platz können Besucherinnen und Besucher in die bewegenden Schicksale von NS-Verfolgten eintauchen.

Was passiert mit einem Ehering, einer Taschenuhr oder einem Füller, wenn ein Mensch ins Konzentrationslager verschleppt wird? Die Nationalsozialisten nahmen den Häftlingen bei ihrer Ankunft alles ab – diese persönlichen Gegenstände werden als „Effekten“ bezeichnet. Die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer und Überlebenden des NS-Regimes, bewahren noch heute rund 2.000 solcher Gegenstände auf.

Effekten sind persönliche Gegenstände, die Inhaftierten in den Konzentrationslagern abgenommen wurden, etwa Brieftaschen, Fotos oder Schmuck. Die Arolsen Archives bewahren diese Besitztümer bis heute auf. Diese hier gehörten Neonella Doboitschina. Ihre Angehörigen werden noch gesucht, um ihnen die Effekten zurückzugeben.
Credit: Arolsen Archives
Foto: Cornelius Gollhardt

Suche nach den Familien

Unter dem Titel #StolenMemory hat das Archiv eine Kampagne gestartet, um diese gestohlenen Erinnerungsstücke an die Familien der Opfer zurückzugeben. Seit dem Start im Jahr 2016 konnten bereits über 1.000 Familien gefunden werden.

„Viele NS-Opfer hinterließen ihren Familien keine persönlichen Gegenstände, weil die Nazis ihnen alles nahmen“, erklärt Charlotte Meiwes, Projektleiterin bei den Arolsen Archives. Für die Angehörigen sei die Rückgabe oft eine hochemotionale Überraschung und schließe Wissenslücken in der eigenen Familiengeschichte.

Die Ausstellung: „Gefunden“ und „Gesucht“

Die Container-Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Gefunden: Hier werden die Geschichten von zehn Personen erzählt, deren Effekten bereits erfolgreich an ihre Nachfahren übergeben werden konnten. Über QR-Codes lassen sich mit dem Smartphone Videoportraits abrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.
  • Gesucht: Dieser Teil zeigt Fotos von Gegenständen, die noch immer auf ihre Besitzer warten. Hier ist auch die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger gefragt: Jede und jeder kann die Arolsen Archives bei der Spurensuche unterstützen.

Pädagogisches Angebot für Schulen

Die Ausstellung wurde im Jahr 2021 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Besonders für Jugendliche und Schulklassen bietet die begleitende Website stolenmemory.org multimediale Webstories und kostenloses pädagogisches Material, das den Besuch der Ausstellung in den Unterricht integriert.

Der BDT Hövelhof lädt alle Interessierten herzlich ein, dieses Stück Zeitgeschichte vor Ort zu erleben und die Schicksale hinter den Objekten kennenzulernen.


Daten & Fakten zur Ausstellung in Hövelhof

  • Wo: Hövelmarkt
  • Wann: 13.06.26 – 05.07.26
  • Öffnungszeiten: tägl. von 10 bis 19 Uhr, Donnerstags bis 20 Uhr
  • Eintritt: Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.
  • Weitere Informationen: Arolsen Archives, #StolenMemory
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